Presseschau
07.01.2011, 15:41 Uhr | AFP
Kauder will in Kairo über Schutz von Christen sprechen
Berlin/Kairo — Nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in Ägypten will Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) am Samstag zu Gesprächen über einen besseren Schutz der christlichen Minderheit nach Kairo reisen. Dort will er Vertreter der Regierung und von Muslimen treffen, teilte die Fraktion mit. Begleitet werde Kauder unter anderem von der Kirchenbeauftragten der Fraktion, Maria Flachsbarth.

"Mit der Reise soll ein Zeichen der Solidarität mit den Kopten, aber auch mit den anderen christlichen Minderheiten in Ägypten gesetzt werden", erklärte der CDU-Politiker. Die Christen seien derzeit die weltweit am stärksten bedrohte Glaubensgemeinschaft.

Auch am zweiten Tag des koptischen Weihnachtsfestes wurden die christlichen Kirchen in Ägypten von einem starken Sicherheitsaufgebot beschützt. Nach dem Anschlag mit 21 Toten in der Neujahrsnacht in Alexandria sind zum Schutz der Weihnachtsmessen gepanzerte Fahrzeuge und spezielle Polizeieinheiten zum Aufspüren von Sprengstoff im Einsatz, sagte ein Polizeivertreter. Um die Kirchen herum wurden zudem Parkverbotszonen eingerichtet.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland verurteilte in einer Mitteilung Gewalt gegen "unschuldige Menschen mit aller Vehemenz". "Als säkulare Vereinigung verteidigen wir die absolute Glaubensfreiheit", erklärte deren Vorsitzender Kenan Kolat. In den kommenden Tagen wolle er sich mit Vertretern der koptisch-orthodoxen Gemeinde in Deutschland treffen.

Unterdessen gab das Auswärtige Amt bekannt, bis zu 300.000 Euro für vertriebene Familien im Irak zur Verfügung zu stellen, die wegen der Gewalt gegen Christen auf der Flucht sind. Mit dem Geld solle fast 2000 Familien in der Provinz Ninive im Norden des Irak geholfen werden, teilte das Auswärtige Amt mit. Dort hätten besonders viele Christen Zuflucht gefunden.

Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy warnte nach den Anschlägen auf Christen in Ägypten und im Irak vor einer "religiösen Säuberung" im Nahen Osten. Die Attentate gegen Christen glichen immer mehr einem "besonders perversen Säuberungsplan, einer religiösen Säuberung", sagte Sarkozy anlässlich seiner Neujahrswünsche für religiöse Würdenträger in Paris.

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