Der Auftritt des SPD-Spitzenkandidaten Nils Schmid in Tuttlingen hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Ist denn im Wahlkampf wirklich alles erlaubt, jede Erniedrigung des politischen Gegners? Erinnern wir uns zurück an den Herbst des letzten Jahres: Protestierer auf Stuttgarts Straßen rund um den Bahnhof beleidigten politische Befürworter des Bahnprojekts mit „Lügenpack“. Auch SPD-Politiker, die zumindest damals noch uneingeschränkt zu Stuttgart 21 standen, wurden zu Unrecht derart übel beschimpft. Wir alle machten uns Sorgen über die Art des Umgangs und der politischen Auseinandersetzung in diesem Lande. Wenn jetzt Nils Schmid glaubt, den Ministerpräsidenten nicht nur hart kritisieren zu müssen, was im Wahlkampf sein gutes Recht ist, sondern ihn auch als Lügner zu diffamieren, dann reiht er sich ein in die unselige Riege derer, welche die Beleidigung der sachlichen Auseinandersetzung vorziehen. Hat Nils Schmid tatsächlich derart Gefallen gefunden an denen, die auch ihn diffamiert haben, so dass er ihnen nacheifert? Wer mit dem Feuer spielt, geht darin unter. Von Politikern, zumal Spitzenpolitikern, hätte ich mehr Verantwortungsbewusstsein erwartet.





